Simultan mit dem Deutschen Meister GM Thomas Luther im Bürgersaal   Simultan mit GM Robert Hübner

Prestige gegen Playmobil
Mein Sohn (6 Jahre) im Kampf gegen den Großmeister Thomas Luther - ein Erfahrungsbericht von Elfi Fesl

23.09.06 Ergolding BürgersaalGM Thomas Luther
GM Thomas Luther beeindruckte beim Simultanmarathon in Ergolding
7-stündiger Kraftakt des Deutschen Meisters bei der 25-Jahr-Feier unserer Schachabteilung
Top-Resultat für den sympathischen Erfurter:
29 Siege, 4 Remis und 2 Niederlagen
Johann Theiß (SC Adlkofen und der Jugendliche Martin Christlmaier (SK Landau-Dingolfing) gewannen
Remisen für Klaus Kreuzer. Borys Bilyavskyy, Anton Königl und Henrik Fesl (mit seinem Trainer), alle FC Ergolding
Abteilungsleiter Eckart Dietl, Bezirksvorsitzender Klaus Kreuzer, Bürgermeister Hans Bauer und GM Thomas LutherAbteilungsleiter Eckart Dietl bei der BegrüßungGM Thomas Luther beim Eintrag ins Goldene Buch
Traumhafte Bedingungen herrschten am vergangenen Samstag im niederbayerischen Ergolding, als dort der amtierende Deutsche Meister GM Thomas Luther im Rahmen der Simultantournee zum Wettkampf gegen 35 Schachfreunde aus Ergolding und den umliegenden Schachklubs antrat. Im  repräsentativen Bürgersaal hatte das Team unter der Führung von Eckart Dietl ein ideales Ambiente geschaffen. Der helle Saal war mit Fahnen und Transparenten des DSB geschmückt, und alle Tische waren mit Brettnummern sowie Namensschildern versehen. Die 35 Figurensätze warteten also nur noch darauf, von Thomas Luther bewegt zu werden.
Vorher jedoch gab es kurze Ansprachen des Bürgermeisters von Ergolding, Herrn Hans Bauer, des 1. Vorsitzenden des Bezirksverbandes Niederbayern, Klaus Kreuzer, des Hauptorganisators Eckart Dietl sowie des DSB Vertreters Stefan Winkler. Schließlich ergriff Thomas Luther selbst das Wort, machte einige Bemerkungen zum Ablauf und wünschte der Veranstaltung einen guten Verlauf. GM Luther vor Tobias Schindlbeck GM Luther beim Ergoldinger JugendleiterDie Ergoldinger Schachjugend vor dem großen Kampf
Um 13:20 begann der Deutsche Meister, seine Runden zu drehen. Nach einer Stunde war bereits abzusehen, dass die Simultanspieler nicht gewillt waren, sich schnell abschlachten zu lassen. Ganz im Gegenteil: Der Widerstand war erheblich, und erst nach zwei Stunden (!) konnte Luther den ersten Zähler verbuchen. Wer gedacht hatte, dass das Feld nun einbrechen würde, sah sich gewaltig getäuscht. Insbesondere die starke Kinder- und Jugendfraktion aus dem Ergoldinger Talentschuppen unter der Leitung von Helmut Gmeinwieser entpuppte sich als äußerst zäh! Aber auch die erwachsenen Mitspieler bissen sich an ihren Partien fest, so dass nach vier Stunden Spieldauer tatsächlich erst 3 Partien zugunsten von Luther beendet waren!Die längste Partie: Johann Theiß gewannGM Luther bei Martin Christlmaier, einem der beiden Siegervon rechts: Johannes Steiner, Paul Hofmann, Anton Königl, Borys Bilyavskyy, Rudolf Peter, Waldemar Golder und Dieter Wist
Unverdrossen und ohne Pause drehte der Meister seine Runden. Er war so vertieft in die teils komplizierten Stellungen, dass er sogar vergaß, die bereitgestellte Mineralwasserflasche zu trinken! Nach und nach rang er durch genaues Spiel seine Kontrahenten doch nieder, so dass um 20:10, also nach fast siebenstündiger Spieldauer, das hervorragende Resultat +29, =4, -2 zu Buche stand. Die glücklichen Sieger waren Johann Theiß vom SC Adlkofen (DWZ 1991) sowie der Jugendliche Martin Christlmaier vom SK Landau-Dingolfing (DWZ 1543). Punkteteilungen schafften Klaus Kreuzer (1989), Borys Bilyavskyy (1828), Anton Königl (1744) und der erst 7 ½-jährige Henrik Fesl unter zeitweiliger Unterstützung seines Trainers. Es war ein wirklich hartes Stück Arbeit für den Nationalspieler. Sogar der Festabend anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Schachabteilung des FC Ergolding musste um eine Stunde verschoben werden. Dennoch zeigte sich Thomas Luther hinterher aufgeräumt und war beeindruckt von der starken Spielkultur seiner Gegnerschaft.Werke von Grafiker Bernd BesserAuch die Kunst kam nicht zu kurz
Im nicht minder repräsentativen Foyer stellte der Grafikdesigner und treue Begleiter der Simultantournee Bernd Besser seine individuell gestalteten Werke zum Thema Schach aus. Er hatte den weiten Weg aus dem nordhessischen Baunatal bis nach Ergolding nicht gescheut und präsentierte dort seine phantasievollen Exponate.
Sowohl die Schachspieler als auch die „künstlerische Abteilung“ litten unter dem schwachen Besuch. Dabei hatten die Schachfreunde aus Ergolding keine Mühen gescheut, im Vorfeld des Großereignisses intensive Werbung zu betreiben. Außerdem waren zwei Vorberichte in der örtlichen Presse erschienen. Der warme Spätsommertag mit strahlendem Sonnenschein tat sein Übriges. Ideales „Schachwetter“ sieht anders aus.
Von der ersten Minute an herrschte in Ergolding eine überaus offene, herzliche und positive Atmosphäre. An diesen Ort der vorbildlichen Jugend- und Vereinsarbeit kehrt man jederzeit gerne zurück! Diese professionell vorbereitete und durchgeführte Werbeveranstaltung für Dresden 2008 hätte wahrlich mehr Publikumsresonanz verdient gehabt!  (Stefan Winkler)
Vorbericht (von Stefan Winkler)
23.09.06 Ergoldinger Stuben
25 Jahre SchachabteilungDie Hoagarten Musi mit Ludwig Glas (links)vorne links: Günther Rohrbach und Günter ZornLinks Borys Bilyavskyy und Vladimir Simin, rechts Semen Fischerrechts Johannes Steiner mit Frauin der Mitte rechts Bürgermeister Hans Bauer mit FrauDer neue und der alte Abteilungsleiter Johannes Steiner und Eckart Dietl, im Vordergrund Frau Dietlder sehr sympathische GM Thomas Luther bei seiner netten Ansprache
Im Anschluss an das Simultan anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Schachabteilung des FC Ergolding, folgte in den Ergoldinger Stuben der Festabend, der von der "Hoagarten Musi! stimmungsvoll untermalt wurde. In seiner Festansprache wies Eckart Dietl, der nicht nur die Schachabteilung gründete, sondern ihr auch 25 Jahre lang vorstand, auf die in den achtziger Jahren begonnene, inzwischen in Niederbayern beispielslose Jugendarbeit hin, welche mit drei Qualifikationen für deutsche Endrunden im Jahr 2006 große Früchte trägt. Auch die Integration der spielstärksten Jugendlichen in die Erwachsenen-Mannschaften habe reibungslos geklappt. In den Grußworten des Bürgermeisters Hans Bauer und des Vereinsvorsitzenden des FC Ergolding, Josef Heckner, wurde die besondere Rolle der Schachabteilung gewürdigt, die nicht nur den Verein, sondern auch die Gemeinde Ergolding in ganz Deutschland bekannt mache. Sowohl Bauer, als auch Heckner bedankten sich bei Abteilungsleiter Dietl für die 25-jährige Leitung der Schachabteilung, welcher dieser ab Oktober in die Hände von Johannes Steiner übergeben wird. Dietl dankte seinem, ebenfalls 25 Jahre lang mitwirkenden, Stellvertreter Anton Königl. dessen Amt künftig von Paul Hofmann bekleidet wird. Der Vorsitzende des Schach-Bezirksverbandes Niederbayern, Klaus Kreuzer, würdigte die Arbeit des Initiators der Ergoldinger Jugendarbeit, Helmut Gmeinwieser, und erinnerte an den gestorbenen, langjährigen Ergoldinger Spitzenspieler und Verbandsfunktionär Rudolf Heigl. Luther, der erfreulicherweise auch am Festabend teilnahm, lobte die perfekte Organisation des Simultanspiels und wünschte der Schachabteilung für die Zukunft weitere große Erfolge, die seiner Meinung nach aufgrund der hervorragenden Leistungen der Jugendlichen des FC Ergolding nicht lange auf sich warten lassen werden. (Klaus Kreuzer)