Simultan mit GM Dr. Robert Hübner im Bürgersaal

Bezirkspressewart Erich Kreilinger veröffentlichte am 15.02. nachfolgenden Bericht in der Landshuter Zeitung, der hier für die HP angepasst wurde.

11.02.06 Schach-Bezirksverband Niederbayern feierte 80-jähriges Bestehen mit gelungener Großveranstaltung
Schach auf höchstem Niveau: Simultan an 41 Brettern mit GM Dr. Robert Hübner im Bürgersaal Ergolding
Hübner gewann 35 mal, spielte 3 mal Remis und verlor 3 mal - 6,5 Stunden-Schach-Marathon
Jugendspieler Dominik Holzner vom FC Ergolding trotzte dem Großmeister ein Remis ab!
Eintrag ins Goldene Buch des Marktes Ergolding, flankiert vom Schachbezirksvorsitzenden Klaus Kreuzer und 1. Bürgermeister Hans BauerSchachverbands Bezirksvorsitzender Klaus Kreuzer bei der BegrüßungsanspracheAuch der mit 8 Jahren jüngster Teilnehmer Tobias Laimer wurde befragt und der Stettv. Bezirksvorsitzende Gottlieb Kutschera guckt interessiert zuDr. Robert Hübner mit Klaus Kreuzer beim Fernseh-InterviewEin Teil der Ergoldinger Jugendabteilung, die beim Aufbau aktiv mitwirkte, stellte sich vor dem Beginn mit dem GM in Pose
Mit einer Simultanvorstellung an 41 Brettern feierte der Schach-Bezirksverband Niederbayern am Samstag ab 13.30 im Bürgersaal in Ergolding sein 80-jähriges Bestehen. Die deutsche Schachlegende Schach-Großmeister Dr. Robert Hübner gab in dieser Großveranstaltung eine Demonstration seines Könnens und zeigte sich entgegen seinem Image als ungewöhnlich medienoffen. Dem Vorsitzenden des Schach-Bezirksverbands Niederbayern Klaus Kreuzer gelang es nämlich, den Großmeister unmittelbar vor der Veranstaltung zu einem Interview vor die laufende Kamera des Regionalfernsehens RFL zu überzeugen. Zahlreiche namhafte und gute Schachspieler aus ganz Niederbayern wollten sich bei diesem Event mit dem Großmeister messen, der in der ersten Bundesliga beim Meisterschaftsmitfavoriten OSC Baden-Baden als bester deutscher Großmeister aufgeboten ist. Der Wettkampf endete schließlich 36,5:4,5 für den Schach-Großmeister aus Köln. Klaus Kreuzer konnte bei seinem Grußwort zu Beginn neben den Spielern auch zahlreiche interessierte Zuschauer und den Bürgermeister der Marktgemeinde Ergolding Hans Bauer begrüßen. In seinem Grußwort verwies er darauf, dass der 80-jährige Geburtstag des Schach-Bezirksverbands Niederbayern am optimalsten mit einer derartigen Groß-Schachveranstaltung gefeiert werden kann. Vor 80 Jahren habe die erste Versammlung des Schach-Bezirksverbands Niederbayern in Plattling stattgefunden. Von da an sei der Schach-Bezirksverband nach einem Ausspruch der Gründungsväter stetig floriert, gedeiht und gewachsen. Grübel, dieser Dominik Holzner (leider verdeckt) trotzte mit seinen 1405 DWZ dem Großmeister tatsächlich ein Remis ab!Andreas Strangmüller schaffte als Erster einen beachtlichen Sieg über den GroßmeisterEs hätten noch etwas mehr Zuschauer platz gehabtGute Atmosphäre im freundlichen Bürgersaal
Mit Großmeister Dr. Robert Hübner sei ein würdiger Gegner gefunden worden. Der 1976 an der Uni Köln promovierte Papyrologe gilt als bester deutscher Schachspieler seit Emanuel Lasker. 1980 stand Hübner sogar auf Platz drei der Weltrangliste hinter Karpov und Kortschnoi. Vier Anläufe auf die Weltmeisterschaft wurden unternommen und drei Mal erreichte Hübner das Kandidatenturnier; doch 1981 scheitere er im Kandidatenfinale an Viktor Kortschnoi, 1983 im Viertelfinale durch Lospech an Wassili Smyslow  und 1990 im Achtelfinale an Jan Timman. Hübner war eine langjährige Stütze der deutschen Nationalmannschaft und begleitete Nigel Short als Sekundant zu seinen Kandidatenkämpfen und 1993 zu seinem Weltmeisterschaftskampf gegen Garri Kasparov in London. Mit der SG Aljechin Solingen 1868, dem FC Bayern München und  der SG Köln-Porz wurde er mehrmaliger Deutscher Mannschaftsmeister und mit dem SG Solingen 1976 und 1991 und mit dem FC Bayern München 1992 und 1993 sogar Europapokalsieger. 1999 konnte er nochmals den deutschen Meistertitel erringen. Maßgeblichen Anteil hatte er in der deutschen Nationalmannschaft auch am Gewinn des dritten Platzes 1989 bei der Europameisterschaft in Haifa und der Silbermedaille bei der Schacholympiade 2000 in Istanbul. Beim Dortmunder Superturnier der Großmeister 1992 gelang ihm sogar ein glanzvoller Sieg gegen den damaligen Weltmeister Garri Kasparov. 2001 verpflichtete der ehrgeizige Zweitbundesligaaufsteiger SK Baden-Oos die damalige Nr 3 der Deutschen Elo-Rangliste GM Hübner und sorgte am Deutschen Schachspielermarkt für Aufsehen. Hübner spricht mehrere Sprachen und verfasste zahlreiche Schachbücher, die geradezu an wissenschaftliche Abhandlungen erinnern, aber auch einen Schuss Selbstironie beinhalten wie vor allem seine “fünfundzwanzig feiste Fehler" zeigen. Hübner gilt als einer der besten und gründlichsten Schachanalytiker. Zurzeit spielt Schach-Großmeister Hübner beim OSC Baden-Baden nominell auf Brett neun als bester Deutscher, wurde aber bereits mehrmals auf dem vierten Brett eingesetzt und führt mit dem OSC Baden-Baden die Tabelle der 1. Bundesliga souverän an. Er ist mit 2632 ELO die aktuelle Nr. 2 der deutschen Rangliste und auf Platz 71 der Weltrangliste, womit er der älteste Spieler unter den Top 100 der Welt ist.Frau Valeria Kandlin, Jugendwart Helmut Gmeinwieser, Paul Hofmann und der Großmeister
Abteilungsleiter Eckart Dietl und sein Stellvertreter Anton Königl in Aktion gegen den GroßmeisterDas einzige mutige Mädchen: Katharina Oberpriller neben ihrem BruderVier Ergoldinger "Tobiasse" warten gespannt auf den Zug HübnersGM Dr. Robert Hübner dreht seine Runden, hier bei den 3 Ergoldinger Tobiassen
Entgegen seinem Image, medienscheu zu sein, zeigte sich Schach-Großmeister Dr. Hübner am Samstag der Presse und dem Fernsehen gegenüber als äußerst medienoffen. Berührungsängste mit einer lebenden Schachlegende brauchte man also nicht zu haben. Ergoldings Bürgermeister Hans Bauer als Schirmherr gratulierte dem Schach-Bezirksverband Niederbayern ebenfalls zu seinem 80-jährigen Bestehen und erwähnte besonders die Erfolge der Ergoldinger Schachjugend. Durch das Bürgerhaus unterstütze der Markt die Schachabteilung des FC Ergolding unter der rührigen Führung ihres Abteilungsleiters Eckart Dietl und des Jugendleiters Helmut Gmeinwieser. Nachdem sich Schach-Großmeister Dr. Robert Hübner noch ins Goldene Buch des Marktes Ergolding eingetragen hatte, konnte die Simultanschachveranstaltung um 13:50 Uhr starten. Mit einer erstaunlichen Schnelligkeit absolvierte der Großmeister die ersten Züge und das Match dauerte immerhin bis 20.35 Uhr, ehe die letzte Partie unter dem Beifall der zahlreichen Zuschauer beendet werden konnte. Die Bilanz des anstrengenden über 6,5-stündigen Schachmarathons: 36 Partien hatte GM Hübner gewonnen, drei Partien endeten unentschieden (gegen Jugendspieler Dominik Holzner (1405 DWZ, FC Ergolding), Werner Schubert (1779 DWZ, TV Geiselhöring) und Dietmar Weidlich (1649 DWZ, SC Adlkofen), drei Partien endeten siegreich für Andreas Strangmüller (1818 DWZ, SK Landshut),  Thomas Wolloner (2136 ELO, FC St. Pauli) und Fidemeister Patrick Bensch (2279 ELO, SC Pfarrkirchen). Alles in allem war es eine gelungene Veranstaltung, die den meisten  als besonderes Erlebnis sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.Gute Kondition bewies Dr. Hübner, als er nach 6,5 Stunden fast im Laufschritt zwischen den letzten beiden verbliebenen Brettern Hin- und Her saußteBezirksspielleiter Werner Schubert erreichte ein Remis
Vom FC Ergolding nahmen teil: Organisator Klaus Kreuzer (1995 DWZ), Rudolf Peter (1799), stellv. Abteilungsleiter Anton Königl (1792), Waldemar Golder (1764), Paul Hofmann (1684), Jugendleiter Helmut Gmeinwieser (1675), Niederbayerischer Vizejugendmeister Tobias Denk (1631), Abteilungsleiter Eckart Dietl (1580), Niederbayerischer U12-Meister Tobias Schindlbeck (1517), Norbert Weber (1503), Dr. Stephan Fickel (1420), Dominik Holzner (1405), der sensationell ein Remis erreichte, sowie Günter Zorn (1401), Sebastian Gärtner (1128), Johannes Oberpriller (1127), der mit 8 Jahren jüngste Teilnehmer und Niederbayerischer U10 Meister von 2004 und 2005 Tobias Laimer (1125) und als einziges Mädchen, das sich traute, Katharina Oberpriller (803). Als einzige Dame startete Valeria Kandlin vom Checkpoint Landshut.
Das RFL (Regional Fernsehen Landshut) sandte heute am Donnerstag, 16.02. um 18:03 einen 7 Minuten dauernden Bericht, der eine schöne Werbung für das Schach und insbesondere für das Schach in der Region war...